Showdown in Habbelrath

Im vorgezogenen letzten Meisterschaftsspiel kam es am gestern zum entscheidenden Aufeinandertreffen im Kampf um den  Klassenerhalt . Wir mussten gewinnen, da uns der Gegner am vorletzten Spieltag noch mit einem überraschenden Sieg um einen Punkt überflügelt hatte.

Die Voraussetzungen schienen schlecht, da wir nicht nur ohne Stefan spielen mussten, der in die Dritte hochgerückt, sondern auch das Hinspiel verloren hatten. Dennoch zeigte sich beim Blick in die Aufstellungen, dass das mit etwas Glück zu kompensieren war, da Habbelrath von Brett 4 bis 6 ziemlich verwundbar sein sollte, wenn man sich die Bilanzen ansah. Auch der Punktevergleich zeigte dies: über 200 Punkte mehr von 3 – 6, dafür von 1 – 3 knapp 200 Punkte zurück.

Wir mussten zusätzlich auf den erkrankten Jochen verzichten, hatten aber zu den 6 Etatspielern noch Thomas Vreden als Joker im Gepäck, da Willi nicht gerne Einzel spielen wollte. Der Gegner musste den rückenkranken Fährmann ersetzen und trat ebenfalls mit 7 Spielern an.

Der Beginn war alles andere als gut: Guido traute sich nicht, unseren bewährten  Schlachtruf: Abgestiegen sind wir noch…..LANGENICH motivierend in die Waagschale zu werfen und so wurde der Gegner brav mit einem langweiligen „Guten Abend“ begrüßt.

Und brav gingen wir auch in die Doppel. Dass Doppel 2 und 3 verloren gingen, braucht man ja eigentlich nicht mehr erwähnen, wobei Marcy für die Zigarette danach länger brauchte, als für die 3 glatten Sätze mit Thomas gegen Hussy/Mansfeld. Willi und Moritz kämpften tapfer über 5 Sätze, ehe sie den offensichtlich gut eingespielten gegnerischen Ersatzspielern gratulieren mussten. Jörg und Alex würgten sich zu einem Sieg in 4 jeweils ganz engen Sätzen über Porsch/Toussaint, ein sehr unangenehmes und clever spielendes Doppel, das schon im Hinspiel mit einem glatten Sieg über das damalige Einserdoppel Althoff/Rettig überzeugt hatte. Zudem standen wir uns selbst ständig auf den Füßen, indem wir den Linkshändervorteil nicht nutzten, da sich Alex im Doppel gegen Material mit der Rückhand sicherer fühlte. Egal, immerhin ein Punkt mehr nach den Doppeln, als in der Hinrunde.

Zwischenstand 1:2  🙁

Was dann folgte, hatten wir allerdings in den kühnsten Träumen nicht erwartet. Keine Ahnung, wer vor dem Spiel noch im Dom vorbeigefahren war, um eine Kerze zu stiften, es hat sich jedenfalls gelohnt. Hatten wir im Hinspiel noch buchstäblich die Sch… am Schläger kleben, im Rückspiel hatten wir den sprichwörtlichen Papst in der Tasche. Die Spiele, die nicht locker von oben runtergespielt werden konnten, wurden halt notfalls im Fünften in der Verlängerung gewonnen. Hohe Rückstände waren da kein Argument.

Oben startete Alex mit einem unerwarteten Fünfsatzsieg gegen Porsch. Nach 2:0 Führung konnte sich der Habbelrather Routinier ausgleichen, aber Alex behielt die Nerven. Der erste Breakpunkt. Jörg gegen Hussy trotz punktemäßiger Unterlegenheit kein Außenseiter, da der erfahrungsgemäß am liebsten gegen die ganz starken Gegner, wie Schimmelpfennig und Wanoth siegt, aber auch gegen Halbblinde verliert. Und Jörg spielte schlecht genug, um mit einem Satz Atempause ganz glatt zu gewinnen. Schon nach den ersten beiden Returns von Hussy wurde klar, dass der gegen Jörgs Aufschläge so schnell kein Land sehen würde. Stoisch ertrug er seine Returnfehler, während Jörg, der in der nächsten Saison auf keinen Fall in der 2. KK spielen wollte, an der Grenze zum Unangenehmen über jeden eigenen Fehler tobte. Altersweisheit sieht anders aus. Egal, mit diesen beiden nicht zwingend erwarteten Punkten hatten wir dem Gegner erst mal ein dickes Brett zu bohren gegeben.

Zwischenstand 2:3!

In der Mitte hatte es Marcy gegen den überforderten Merzenich schon wieder eilig, „an die frische Luft“ zu kommen, nur diesesmal andersrum. 2 Sätze Youtube-Gala, den Dritten mit Hängen und Würgen über die Ziellinie gebracht. Moritz gegen Mansfeld vom Papier her chancenlos, der mit der Empfehlung von 1466 Punkten, einer 6:0 Serie und einem haushohen Hinspielsieg gegen Moritz antrat. Doch Moritz, auch mit 14 Lenzen heute nicht mal unser Küken, konnte nach einem Satz den routinierten und von vielen gefürchteten Noppenspieler mit ganz starkem Spiel niederringen und im Vierten nach 6:10 noch die goldene Serie hinlegen.

Zwischenstand 2:5, Habbelrath war schwer angeschlagen!

Jetzt folgten allerdings 4 Spiele, die alle völlig unkalkulierbar waren, so dass der schöne Vorsprung auf sehr wackeligen Füßen stand. Zum Glück machte Guido, der endlich seine Form gefunden hat, mit seinem Gegner, der im Doppel Wahnsinnsbälle en masse gespielt hatte, ganz kurzen Prozess. Riesenleistung vom Chef!

Thomas gegen Toussaint zwar punktemäßig Favorit, hatte aber gegen Noppen/Anti schon im Hinspiel verloren. Auch dieses Mal lag er schnell fluchend und hadernd mit 0:2 zurück. Er ließ sich aber nochmal motivieren und holte mit nunmehr klugem Spiel und starken Bällen den Satzausgleich. Im Fünften bei 1:5 schien das Ding aber verloren, doch Thomas konnte sich herankämpfen. Am Ende konnte sich der Gegner aber beim 10:8 schon fast als Sieger fühlen, doch da war ja noch die Sache mit der Kerze im Dom. Ein Ballonball, genau auf die Kante gesetzt, erstickte den Siegesjubel des Gegners. In der Folge gingen die Matchballe hin und her, bis dann Thomas den Sack zum 15:13 zumachte. Starkes Comeback, starke Nerven. Ohne das Rumtoben geht es halt besser, möchte man Thomas immer wieder zurufen, aber das würde jetzt genau der Richtige sagen…

Zwischenstand 2:7, die Quoten für Sieg Habbelrath schossen endgültig durch die Decke!

Im Rausch des greifbaren Sieges konnte Jörg die beiden ersten Sätze trotz mäßigem Spiel gegen Porsch in der Verlängerung holen. Im Dritten wurde dann endlich richtig attraktives Tischtennis gespielt, Die langen Rallyes Halbdistanztopspins gegen Block führten allerdings nur dazu, dass der Satz glatt an den Gegner ging und Jörg nach Luft japste. Das Verhängnis schien sich im Vierten fortzusetzen. Der Gegner hatte sich endgültig auf Jörgs Spiel eingestellt und zug davon. Mit 2 läppisch eingerollten Aufschlägen und einigen „Nassen“ konnte sich Jörg wieder heranspielen und bei 8:8 den Widerstand des Gegners mit dem Ball des Tages endgültig brechen: Nach einem Vorhand-Schlag weit neben der Platte stehend bekam er den Block diagonal weit in die Rückhandseite. Eigentlich nicht zu erlaufen, geschweige denn zu retournieren. Doch es gelang ihm nicht nur, den Ball irgendwie noch vom Boden zu kratzen, sondern auch noch „nass“ zu spielen. Ganz bitter für den Gegner, für Jörg ein kleiner Ausgleich und Trost für die ganzen Spiele,in denen es in der entscheidenden Situation genau umgekehrt gelaufen war.

2:8, Alex konnte schon den Deckel drauf machen. Und das tat er, leider weitgehend unbeobachtet vom noch völlig ausgepumpten Autor, der erst mal wieder zu Luft und Blut im Hirn kommen musste. Jedenfalls siegte er trotz knapper Sätze letztlich souverän.

Fazit: Ein Spiel, in dem sich das ganze Pech, das wir die Saison über hatten, in Glück verwandelte und sich ungerechterweise über eine einzige gegnerische Mannschaft ergoss. Ein ausdrückliches Kompliment an unsere Gegner, die trotz aller Frustration extrem faire und nette Verlierer waren und uns noch zu Bier und die Vredens zu Kükensaft einluden. Ein Dank auch für die Verlegung. So ist die Saison noch vor den Ferien abgeschlossen und niemand muss 4 Wochen lang diesem entscheidenden Spiel entgegenzittern.

Und in der nächsten Saison werden wir vermutlich wieder mit dem Rücken zur Wand stehen. Und dann gilt wieder: Abgestiegen sind wir noch…… LANGENICH!

 

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